Von Ahaus bis an´s Ende der Welt

Sechs Männer mit der Fietse auf dem Jakobsweg

Ottenstein.

In Wort und Bild berichtete Felix Büter auf Einladung der KAB Ottenstein im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal der Pfarrheims über die Erfahrungen eines Teams von sechs Männern zum und auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela und weiter bis nach Finisterra (übersetzt: Ende der Welt).

Felix Büter - Pilgerreise

 

Verabschiedet mit dem Reisesegen von Diakon Josef Korthues ging es Ende April des vergangenen Jahres auf die „Drahtesel“, um mit reiner Muskelkraft die voraussichtlich 2500 km anzugehen und nach exakt vier Wochen wieder zurück zu sein. Die ersten 1600 km führten die passionierten Radfahrer durch die Niederlande, Belgien, und fast komplett durch Frankreich bis nach St. Jean-Pied-de-Port, dem Startort des camino frances, dem bekanntesten der vielen Jakobswege. Schon diese ersten zwei Wochen haben bleibende Spuren hinterlassen, so Felix Büter: „Wunderschöne Landschaftsbilder in Frühjahrsgrün und -blüte, Paris, rauschender Atlantik hinter meterhohen Dünen, fünf Adler, die fast in Reichweite majestätisch an uns vorbeisegelten. Kinderpopoglatte Radwege wechselten sich ab mit extremen Schotterpisten und Straßen mit nur wenige Zentimeter entfernt vorbeirasenden Autos. Ständiger Begleiter war der mehr oder weniger heftige Gegenwind. Auch nötige Umwege sorgten für Überraschungen, so z.B. durch Wege, die plötzlich im Nichts endeten bzw. gesperrt waren, weil in der Nähe militärische Schießübungen stattfanden.

Und es sollte auf den folgenden weiteren 900 km noch spannender werden. Die Pilger, das Baskenland, Städte wie Pamplona, Burgos oder Leon, viele Spuren der Römer, insbesondere die zahlreichen historischen Brücken, beeindruckende Gotteshäuser. Großen Respekt riefen die Fußpilger hervor, die sich in der kargen und unendlichen Weite der Meseta - einer Ebene auf 800 m über dem Meeresspeiegel - teils in einem Trancezustand Schritt für Schritt vorwärts bewegten, ohne zu erkennen, dass sie ihrem Ziel näher kamen. Heftig waren die Steigungen, oft kurz und sehr steil, teils lang und stetig über insgesamt fünf Pässe von bis zu 1500 m Höhe. Am Ende sollten es insgesamt rd. 20.000 Höhenmeter werden.

Nach gut 24 Tagen erreichten alle gesund und wohlbehalten das Ziel, Santiago de Compostela, in dessen Kathedrale sich die Gebeine des Apostels Jakobus des Älteren befinden sollen. Der Pilgergottesdienst war natürlich ebenso Pflicht, wie das geduldige Warten auf das Ausstellen der Pilgerurkunde.

Welche Erleichterung es ist, ohne Gepäck zu fahren, konnte ein Teil der Gruppe spüren, als sie die 93 km von Santiago bis zum Kap Finisterra trotz weiterer 1.400 m Anstiege nahezu entspannt in weniger als fünf Stunden bewältigten.

Das Fazit von Felix Büter: „Es war eine sehr anstrengende Reise, auf der es gemeinsam gemeisterte Grenzerfahrungen gab. Es war eine sehenswerte und erlebnisreiche Reise. Es war aber viel mehr: Tränenhervorrufende emotionale Momente, Begegnungen mit Menschen, die bewegen, Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben. Der Jakobsweg hat mich verändert. Es ist einfacher geworden, gelassen zu sein, nicht alles immer unter Kontrolle haben zu wollen, Kleinigkeiten weniger Bedeutung zu schenken. Eine Erfahrung, die ich im Leben nicht missen möchte. Ich bin nicht in erster Linie als Pilger losgefahren, aber sicher als einer angekommen.

Für die Ottensteiner KAB St. Josef bedankte sich Alfons Beckmann bei Büter für fast 2,5 Stunden hochspannenden Reisebericht mit einer „radtourbegleitenden Aufmerksamkeit aus Schöppingen“.

Alfons Beckmann bedankt sich bei Felix Büter Gäste folgen dem Vortrag